Cage-Free ist die Zukunft – Warum artgerechte Wachtelhaltung jetzt zählt


Die Haltung von Wachteln steckt vielerorts noch in den Kinderschuhen. Während für Hühner seit Jahren gesetzliche Mindeststandards existieren und Käfighaltungen zunehmend verboten oder eingeschränkt werden, leben Millionen von Wachteln nach wie vor in beengten, reizarmen Drahtkäfigen – ohne Rückzugsmöglichkeit, ohne Beschäftigung, ohne Rücksicht auf ihre natürlichen Verhaltensweisen.

Doch die Zeiten, in denen das einfach so hingenommen wurde, könnten bald vorbei sein. Denn die Wissenschaft zieht nach – und liefert erstmals fundierte Grundlagen, um die Haltung von Wachteln grundlegend zu überdenken.



Neue Studie: Käfighaltung nicht mehr haltbar


Im Juni 2025 erschien eine umfassende wissenschaftliche Übersichtsarbeit mit dem Titel
„A critical review on the welfare of Japanese quail in cage-free housing: Current knowledge and future perspectives“
veröffentlicht in Poultry Science von Jansson, Hedman, Yngvesson, Keeling und Henriksen.

Diese Arbeit analysiert alle verfügbaren Studien zur Haltung von Japanischen Wachteln (Coturnix japonica) und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis:
Käfighaltung entspricht in keiner Weise den natürlichen Bedürfnissen dieser Tiere.

Die Autoren zeigen, dass Wachteln unter anderem folgende Anforderungen an ihre Umgebung haben:

Flächen zum Scharren und Staubbaden

Deckung und Rückzugsbereiche, um sich sicher zu fühlen

Abgedunkelte Nistplätze für ungestörte Eiablage

Eine strukturierte Gruppenhaltung, in der soziale Hierarchien gelebt werden können

Abwechslungsreiche Reize, die dem Tier physische und kognitive Beschäftigung ermöglichen



Cage-Free-Haltung: Wissenschaft bestätigt die Praxis


Die sogenannte Cage-Free-Haltung – also die Haltung ohne enge Gitterkäfige – wird damit nicht nur moralisch, sondern wissenschaftlich gestützt.
Und genau diese Form der Haltung setze ich in meiner täglichen Praxis um.

Meine Wachteln leben in einer strukturreichen Voliere, mit unterschiedlichen Zonen, Rückzugsmöglichkeiten, Sandbädern, Futterstationen und ausreichend Platz zum Bewegen. Sie sind nicht „eingesperrt“, sondern eingebettet in ein Umfeld, das ihnen Wahlfreiheit, Sicherheit und soziale Stabilität bietet.

Diese Form der Haltung ist nicht nur tierfreundlich, sondern auch effektiv: gesündere Tiere, weniger Aggressionen, stabilere Gruppenstrukturen – und ein gutes Gefühl, das Richtige zu tun.


Ein Schritt Richtung Veränderung

Diese neue Studie ist ein wichtiger Meilenstein. Sie liefert endlich das, was in politischen Diskussionen oft gefehlt hat: eine solide wissenschaftliche Grundlage, um auch für Wachteln artgerechte Mindeststandards einzufordern – wie sie für Hühner längst Realität sind.

Es ist noch kein endgültiger Durchbruch. Aber es ist ein klarer Schritt in Richtung Veränderung.
Und er zeigt, dass es nicht mehr nur um Meinung geht – sondern um belegte Fakten.



Cage-Free ist nicht nur möglich – es ist notwendig


Artgerechte Haltung ist keine Ideologie. Sie ist eine Frage des Respekts – und des Wissens.
Die Forschung ist sich einig: Wachteln sind anspruchsvolle Tiere mit klaren Bedürfnissen.
Es liegt an uns, diese Erkenntnisse in der Praxis umzusetzen. In der Zucht. In der Hobbyhaltung. Und langfristig auch gesetzlich.

Cage-Free ist nicht der Luxusweg. Es ist der richtige Weg.