Ringelblume in der Wachtelhaltung – Hautheiler, Immunbooster und Farbtupfer im Futter
Die Ringelblume (Calendula officinalis) ist nicht nur eine dekorative Gartenblume, sondern eine altbewährte Heilpflanze. In der naturorientierten Wachtelhaltung bietet sie vielseitige Einsatzmöglichkeiten: zur Stärkung des Immunsystems, Pflege von Haut und Gefieder und als sanfter Futterzusatz. Besonders ihre Blütenblätter sind gut verträglich und können regelmäßig eingesetzt werden – frisch oder getrocknet.
Was ist die Ringelblume?
Die Ringelblume ist eine einjährige Pflanze mit leuchtend gelben bis orangefarbenen Blüten. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und wurde bereits im Mittelalter für Salben, Aufgüsse und Tees verwendet. Die heilkräftigen Bestandteile finden sich vor allem in den Blütenblättern, nicht in den Stängeln oder Wurzeln.
Inhaltsstoffe und Wirkung
Ringelblumenblüten enthalten:
Flavonoide – entzündungshemmend
Saponine – wundheilungsfördernd, pilzhemmend
Carotinoide – für Haut, Gefieder und Immunsystem
ätherische Öle – in geringer Konzentration
Schleimstoffe und Bitterstoffe – sanft verdauungsfördernd
Wirkung:
unterstützt die Leber- und Hautfunktion
fördert die Wundheilung (innerlich wie äußerlich)
wirkt leicht antibiotisch und antimykotisch
stärkt das Immunsystem
unterstützt eine gesunde Darmflora
Wie wird Ringelblume bei Wachteln angewendet?
1. Als Futterzusatz (frisch oder getrocknet)
Nur die Blütenblätter (keine grünen Pflanzenteile) verwenden
Frisch gepflückt und zerkleinert ins Frischfutter geben
Getrocknet unter das Körnerfutter mischen
Auch in Mischung mit anderen Kräutern wie Kamille, Gänseblümchen oder Pfefferminze möglich
Fütterungsempfehlung:
Frisch: 3–5 Blütenblätter pro Tier, 2–3x pro Woche
Getrocknet: ca. 1 TL pro Portion Futter
Kurweise auch als „Farbtupfer“ im Winterfutter geeignet
2. Äußerlich zur Pflege von Haut und Kloakenbereich
Ein Sud oder Tee aus Ringelblumenblüten kann verwendet werden bei:
kleinen Wunden oder Hautreizungen
Milben- oder Pickverletzungen
gereizter Kloake (besonders bei Legewachteln)
Anwendung:
1 TL Blüten mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abkühlen – dann als Waschung oder Kompresse verwenden.
3. In der Kräuterstreu
Getrocknete Blütenblätter in die Einstreu oder ins Sandbad mischen:
wirkt leicht desinfizierend
sieht dekorativ aus
wird gerne bepickt
fördert das Wohlbefinden im Stall
Anbau, Ernte und Lagerung
Standort:
Ringelblumen lieben sonnige Plätze, sind pflegeleicht, schnellwüchsig und gut im Topf kultivierbar.
Ernte:
Die Blütenköpfe werden am besten morgens an trockenen Tagen gepflückt. Nur die Blütenblätter verwenden, da der Blütenboden bitter ist.
Trocknung:
Blütenblätter auf Papier oder Sieben luftig und schattig trocknen. Sobald sie rascheln, in dunkle Gläser oder Beutel füllen.
Lagerung:
Kühl, trocken und lichtgeschützt – haltbar bis zu einem Jahr.
Fressen Wachteln Ringelblumen freiwillig?
Ja – viele Tiere picken die getrockneten oder frischen Blütenblätter gezielt heraus. Die Farben wirken anziehend, und der milde Geschmack wird meist gut angenommen – vor allem in Kombination mit anderen Kräutern oder im Frischfuttergemisch.
Ringelblumen – Heilpflanze und Farbtupfer zugleich
Die Ringelblume ist:
sanft und gut verträglich,
reich an pflegenden Wirkstoffen,
ideal für Haut, Immunabwehr und Stallklima,
und eine schöne Ergänzung im täglichen Futter.
Ob im Sommer frisch oder im Winter getrocknet – Ringelblumenblüten gehören zu den Kräutern, die in keiner naturverbundenen Wachtelhaltung fehlen sollten.