Giersch in der Wachtelhaltung – gesundes Wildkraut mit vielen Vorteilen


Giersch (Aegopodium podagraria) gehört zu den bekanntesten und gleichzeitig am meisten unterschätzten Wildkräutern. Während Gärtner oft verzweifeln, weil er sich schnell ausbreitet und kaum zu kontrollieren ist, sollten Wachtelhalter genau hinschauen: Giersch ist ein hervorragendes Frischfutter mit wertvollen Inhaltsstoffen, das in Maßen regelmäßig gegeben werden kann.





Was macht Giersch für Wachteln so interessant?


Giersch ist ein früh austreibendes Wildkraut, das im Frühjahr und Sommer besonders zart ist. Er gehört zur Familie der Doldenblütler und ist leicht an seinen dreiteiligen Blättern zu erkennen. Für Wachteln bietet er eine abwechslungsreiche, nährstoffreiche Ergänzung, die meist gut angenommen wird.


1. Reich an Nährstoffen


Giersch enthält unter anderem:


Vitamin C – stärkt das Immunsystem


Kalium – wirkt entwässernd


Kalzium & Magnesium – wichtig für Knochenbau, Eierbildung und Nerven


Carotinoide – unterstützen Zellschutz und Legeleistung


Eisen & Mangan – fördert Blutbildung und Stoffwechsel



Er ist damit eine der nährstoffreichsten heimischen Wildpflanzen.


2. Leicht verdauungsfördernd und entzündungshemmend


Die Kombination aus Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen wirkt:


stoffwechselanregend,


entzündungshemmend,


leicht entwässernd,


und sanft verdauungsfördernd.



Besonders in der Mauser oder im Frühjahr kann Giersch helfen, den Körper sanft zu entlasten.


3. Gut verträglich – in Maßen


Im Gegensatz zu manchen anderen Doldenblütlern ist Giersch nicht giftig und für Geflügel sehr gut verträglich. Die Tiere müssen jedoch langsam daran gewöhnt werden – vor allem, wenn sie noch keine Wildkräuter kennen. Eine zu schnelle Umstellung kann zu Durchfall führen.




Fütterung in der Praxis


Geeignet sind:


Junge, zarte Blätter – besonders im Frühling und Frühsommer


Frisch geerntet – nicht welk oder zu alt


Ganze Triebe oder fein geschnitten unter Frischfutter gemischt



Nicht geeignet:


Blühende, grobe Stängel – zu bitter, weniger beliebt


Wurzeln – nicht giftig, aber schwer verdaulich


Zu große Mengen auf einmal – wegen der entwässernden Wirkung



Fütterungsempfehlung:


2–4 Mal pro Woche kleine Portionen


Als Beigabe im Frischfutter oder als Ganzpflanze ins Gehege


Gut kombinierbar mit Vogelmiere, Löwenzahn oder Spitzwegerich




Wo wächst Giersch und wie kann man ihn nutzen?


Giersch wächst in:


halbschattigen, feuchten Gartenbereichen


unter Büschen, am Waldrand, an Zäunen


oft in großen Mengen – ideal zum Ernten



Er kann auch gezielt im Hochbeet oder im großen Topf gehalten werden, lässt sich leicht schneiden und wächst sehr regenerationsfreudig nach.




Gibt es Risiken bei der Fütterung?


Nur in Maßen füttern:

Der hohe Kaliumgehalt kann harntreibend wirken – bei übermäßiger Fütterung über mehrere Tage kann das den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen. Auch die Bitterstoffe können in großen Mengen auf den Verdauungstrakt wirken.


Verwechslung mit Giftpflanzen:

Giersch gehört zur Familie der Doldenblütler – wie auch einige giftige Arten (z. B. Schierling oder Bärenklau).

Tipp: Nur sammeln, wenn du dir sicher bist – Giersch riecht beim Zerreiben leicht nach Petersilie oder Möhre.



Giersch – ein echtes Kraftpaket aus dem Garten


Giersch ist weit mehr als ein lästiges Unkraut – er ist:


reich an Vitaminen und Mineralstoffen,


leicht verdauungsfördernd,


gut verträglich,


und bei Wachteln meist sehr beliebt.



In Maßen und regelmäßig gefüttert, ist Giersch eine wertvolle Ergänzung zum Körnerfutter und bringt natürliche Abwechslung auf den Speiseplan – direkt aus dem eigenen Garten.