Pimpinelle in der Wachtelhaltung – fein, mild und unterschätzt
Die Pimpinelle, auch Kleiner Wiesenknopf genannt, ist ein klassisches Küchenkraut mit langer Tradition. Bekannt aus der Frankfurter Grünen Soße, hat sie aber auch in der Wachtelhaltung ihren Platz verdient. Ihre milden, feinwürzigen Blätter sind reich an Mineralstoffen und machen sie zu einer gut verträglichen Frischfutterpflanze, die besonders im Frühjahr und Sommer eine natürliche, gesunde Abwechslung bietet.
Was ist Pimpinelle?
Die Pimpinelle (Sanguisorba minor) ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze, die zu den Rosengewächsen gehört. Sie wächst bevorzugt auf mageren Wiesen, an Wegrändern und in Gärten. Ihre kleinen, rund gefiederten Blättchen sind zart im Aroma und für Mensch wie Tier essbar.
Inhaltsstoffe und Wirkung
Pimpinelle enthält:
Vitamin C
Gerbstoffe
Kieselsäure
ätherische Öle (in sehr geringer Konzentration)
Bitterstoffe (mild)
Wirkung bei Wachteln:
leicht blutreinigend und stoffwechselanregend
sanft verdauungsfördernd
kann Durchfall vorbeugen
unterstützt Haut und Gefieder durch Kieselsäure
hilfreich in der Mauser oder nach Belastung
Fütterung – wie und wie oft?
Geeignet sind:
junge Blätter (besonders im Frühling und Frühsommer)
zarte Triebe, fein geschnitten
frisch gepflückt oder leicht angetrocknet
Fütterungsformen:
frisch ins Gehege legen
fein hacken und unter Frischfutter oder Weichfutter mischen
auch gut kombinierbar mit Vogelmiere, Giersch oder Gänseblümchen
Fütterungsempfehlung:
2–3x pro Woche in kleinen Mengen
Frisch: ca. 2–4 g pro Tier (eine Handvoll auf die ganze Gruppe)
Nicht dauerhaft und nicht in großen Mengen – die Gerbstoffe können bei Übermaß stopfend wirken
Wird Pimpinelle von Wachteln gern gefressen?
Ja – vor allem, wenn sie frisch und jung ist. Der milde, gurkenartige Geschmack wird meist gut angenommen. Besonders in Kombination mit anderen Kräutern wird sie gern bepickt.
Ältere Blätter werden hingegen oft liegengelassen – sie sind zäher und herber.
Anbau, Ernte und Lagerung
Standort:
Pimpinelle liebt sonnige, trockene, eher magere Standorte. Ideal im Garten, Hochbeet oder Balkonkasten. Sie treibt bei regelmäßigem Schnitt immer wieder neu aus.
Ernte:
Laufend im Frühjahr und Sommer. Die jungen Blätter werden bodennah geschnitten und am besten direkt frisch verwendet.
Trocknung:
Nur bedingt geeignet – beim Trocknen verliert Pimpinelle viel Aroma. Wenn, dann nur schonend an der Luft trocknen und rasch aufbrauchen.
Besonderheiten in der Haltung
Gut geeignet für empfindliche Tiere
Kann im Winter im Gewächshaus oder Indoor-Topf weiterwachsen
Auch als Teil eines Frischfuttergartens leicht anzubauen
Durch das feine Blattwerk gut zu dosieren und einfach zu kombinieren
Pimpinelle – klein, mild, gesund
Pimpinelle ist eine unkomplizierte, milde Futterpflanze, die besonders im Frühjahr und Sommer eine wertvolle Bereicherung für den Wachtelspeiseplan darstellt.
Sie ist:
gut verträglich
sanft verdauungsfördernd
mineralstoffreich
und eine schöne Ergänzung in gemischtem Grünfutter
Für Halterinnen und Halter, die ihren Tieren naturnahes, vielfältiges Futter bieten möchten, ist Pimpinelle ein echtes Kräuter-Juwel.