Gänseblümchen in der Wachtelhaltung – klein, zart und voller Kraft
Das Gänseblümchen gehört zu den bekanntesten und zugleich unterschätztesten Wildpflanzen in Mitteleuropa. Viele übersehen es als „Wiesenzierde“ – dabei steckt in den zarten Blütenköpfen erstaunlich viel Wirkung. Für die Wachtelhaltung ist das Gänseblümchen ein mildes, gut verträgliches Beikraut, das nicht nur hübsch aussieht, sondern auch sanft unterstützend auf Verdauung, Haut und Stoffwechsel wirkt.
Was macht Gänseblümchen interessant für Wachteln?
Gänseblümchen (Bellis perennis) wächst fast ganzjährig auf Rasenflächen, Wegen, Weiden und in Gärten. Es gehört zur Familie der Korbblütler und ist durch seine zarten weißen Blüten mit gelbem Zentrum leicht erkennbar.
Die ganze Pflanze ist essbar und mild wirksam, was sie besonders gut verträglich für kleine Tiere wie Wachteln macht.
Inhaltsstoffe und Wirkung
Gänseblümchen enthält:
Saponine (schleimlösend, mild reizend – in geringen Mengen positiv)
Flavonoide (entzündungshemmend, antioxidativ)
Bitterstoffe (leicht verdauungsfördernd)
Gerbstoffe
ätherische Öle (in sehr geringer Konzentration)
Vitamin C
Die Pflanze wirkt:
mild entzündungshemmend
leicht blutreinigend und stoffwechselanregend
appetitanregend
verdauungsunterstützend
wundheilungsfördernd bei äußerlicher Anwendung
Fütterung von Gänseblümchen – so geht’s
Geeignet sind:
ganze Blütenköpfe
junge Blätter
zarte Stiele
frische oder getrocknete Pflanzen
Formen der Fütterung:
Frisch ins Gehege legen – die Tiere picken gern einzelne Blüten
Fein schneiden und unter das Frischfutter mischen
Getrocknet als Bestandteil im Winter-Kräuterfutter
Im Sandbad als „Stimmungsmacher“ und optische Bereicherung
Fütterungsempfehlung
2–3x pro Woche, auch öfter in kleinen Mengen
Frisch: 3–5 Blüten pro Tier sind völlig unproblematisch
Getrocknet: ein kleiner Teelöffel pro Portion Futter als Kräuteranteil
Gänseblümchen ist so mild, dass es auch mit anderen Kräutern kombiniert werden kann – z. B. mit Vogelmiere, Ringelblume oder Kamille.
Fressen Wachteln Gänseblümchen gern?
Die meisten Wachteln picken gerne an Gänseblümchen – besonders die frischen Blütenköpfe sind beliebt. Die Pflanze ist zart, angenehm im Geschmack und wird gut aufgenommen – vor allem, wenn sie in Büscheln oder als ganze Rosette angeboten wird.
Anbau, Ernte und Lagerung
Standort:
Gänseblümchen gedeiht fast überall – auf Rasen, Weiden, Beeten und Wiesen. Es ist winterhart, robust und treibt immer wieder nach.
Ernte:
Die beste Erntezeit ist Frühjahr bis Spätherbst. Geerntet wird am besten vormittags bei trockenem Wetter.
Blüten und Blätter lassen sich direkt frisch anbieten oder zum Trocknen auflegen.
Trocknung:
Luftig und schattig ausbreiten, nicht zu heiß. Getrocknete Blüten behalten ihr Aroma und die Blütenfarbe.
Lagerung:
Trocken, kühl und dunkel in einem gut schließenden Glas oder Beutel – so sind sie mehrere Monate haltbar.
Kann man Gänseblümchen auch äußerlich anwenden?
Ja – ein Aufguss aus frischen oder getrockneten Blüten eignet sich zur:
sanften Reinigung kleiner Wunden
Beruhigung bei Hautreizungen
Waschung nach Federbalgverletzungen oder Milbenbefall
Dafür 1–2 Teelöffel Blüten mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen, abkühlen – und wie eine milde Hautspülung verwenden.
Ein kleines Kraut mit großem Wert
Das Gänseblümchen ist mild, gut verträglich und in jeder natürlichen Wachtelhaltung willkommen.
Es eignet sich:
zur Frischfütterung
als Bestandteil im Kräuterheu
zur äußeren Anwendung
zur Abwechslung im Stallbereich
Besonders für empfindliche Tiere oder Jungwachteln ist Gänseblümchen ein idealer Einstieg ins Kräuterfutter. Und nebenbei bringt es auch noch ein wenig Schönheit in die tägliche Fütterung.